Piccolino Fraubrunnen's Blog - Piccolino Fraubrunnen

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Alles neu macht der Mai!

Piccolino Fraubrunnen
1 Mai 2020
Liebe Leserinnen und Leser

Des Öftern kommt alles anders als man denkt! Noch am Wochenende, beim Vorbereiten dieses Blogs, rechnete noch jedermann damit, dass Gastrobetriebe erst in der dritten Lockerungsphase des Lockdowns wieder öffnen würden. Nun ist mein Blog-Entwurf bereits wieder Makulatur!

Neu beschäftigen mich heute die folgenden Themen:
  • Lockerung zu früh oder zu spät! Bedeutung für einen Kleinstbetrieb.
  • Verhältnis Mieter – Vermieter. Partnerschaft oder reine Nutzniessung?
  • Wann eröffnet das Piccolino Fraubrunnen seine Türen wieder?

Lockerung zu früh oder zu spät! Bedeutung für einen Kleinstbetrieb.

Der Bundesrat hat am vergangenen Mittwoch neue Lockerungen des Lockdowns verkündet. Mit gemischten Gefühlen nahm ich zur Kenntnis, dass ich das Piccolino Fraubrunnen ab dem 11. Mai 2020 wieder öffnen darf – unter strengen hygienischen Rahmenbedingungen. Doch was bedeuten diese Rahmenbedingungen konkret? Es liegen mit der Verkündung der Tatsache, dass wieder geöffnet werden darf noch keine Entwürfe zu einem Schutzkonzept vor! Ein solches muss ich aber erstellen, bevor ich öffnen darf.
  • Was beinhaltet diese Schutzkonzept?
  • Wer sagt, dass mein Schutzkonzept ok ist und ich meinen Laden wieder öffnen darf?
  • Wem muss ich mein Schutzkonzept vorlegen?
  • Muss ich das überhaupt?
  • Wenn nein, warum denn ein Schutzkonzept?
Nun, nehmen wir an, ich habe ein solches Schutzkonzept einmal erstellt.
Ich öffne am 11. Mai mein Bistro und warte gespannt auf meine Gäste und hoffe insgeheim, dass nicht zu viele auf einmal kommen! Denn ich musste im Rahmen der gemachten Auflagen meine Platzzahl drastisch senken.

Knapp ein Drittel der Kapazität vor Corona ist heute noch nutzbar. Durch die Tischabstände von min. 2 m von Tisch zu Tisch sind von den eigentlich bewilligten 24 Sitzplätzen knapp 10 verblieben. Stehende Gäste sind nicht zugelassen!

Das bedeutet ganz einfach: Ich kann zwar wieder Tagesumsätze erwirtschaften, diese werden aber massiv kleiner sein, als sie dies noch vor Corona waren. So muss ich wenigstens dem Steuerzahler etwas weniger auf der Kasse sitzen und kann meinem Vermieter die unveränderte Miete pünktlich zahlen.

Es ist gut geht es wieder los. Trotzdem habe ich ein spezielles Gefühl. Ist das Vorgehen nicht zu rasch? Hat man nicht zu sehr auf das Brüllen der Finanzhaie gehört? Bleiben wir Menschen vernünftig, überborden nicht  und halten uns an die gelockerten, aber immer noch gültigen Auflagen?

Ich möchte nicht noch einmal schliessen und dann wieder von vorne anfangen!

Und dies führt mich zu meinem nächsten Thema:

Verhältnis Mieter – Vermieter. Partnerschaft oder reine Nutzniessung?

Vor der Unterzeichnung des Mietvertrages für das Piccolino Fraubrunnen führte ich verschiedene, intensiver Gespräche mit den damaligen Verantwortlichen für die Vermietung. Man begegnete sich auf Augenhöhe und diskutierte die unterschiedlich gewerteten Bedürfnisse und fand Lösungen. Die abgesprochene „sanfte Renovation“ konnte durch ein neues, durchgängiges Farbkonzept abgelöst werden. Es entstand ein schmuckes Lokal zur Freude beider Parteien. Es fanden regelmässig kurze Kontakte statt.

Mit den neuen Zuständigkeiten durch die Einsetzung einer Verwaltung als Schnittstelle zwischen Vermieter und Mieter verliefen die ersten Kontakte durchaus positiv. Doch weder die neue Verwaltung noch der Vermieter – dort waren zwischenzeitliche auch personelle Wechsel vollzogen worden – bemühten sich um eine Kontaktaufnahme.

Kurz vor dem Lockdown wollte ich von Verwaltung und Vermieter wissen, wie sich diese grundsätzlich zu einer veränderten Situation stellen würden, müsste das Lokal geschlossen werden. Die Antwort waren Floskeln von „man beschäftige sich intensiv mit dem Thema“ bis zu „man sei natürlich an einem langfristigen Mietverhältnis interessiert“ und „man gehe davon aus, dass Bund und Kanton Massnahmen zum Auffangen wirtschaftlicher Einbussen" vorschlagen werden.

Der kleine, schwache „Beizer“ sucht den Kontakt und möchte die Situation klären und Lösungen finden. Der starke, protzige Verwalter verweist darauf, dass der Staat es schon richten werde.

Einige Schreiben später beende ich die Diskussion – die eigentlich keine ist – und suche mir meinen eigenen Weg. Dafür erhält nun der Vermieter pünktlich die Miete, obwohl grundsätzlich ein Mietmangel vorliegt. Nur wurde diese Sachlage noch nie von einem Gericht behandelt.

Der Kleine zahlt – auch wenn er nichts bekommt. Der Grosse kassiert und nutzniesst von dem, der nichts einnimmt!

Es gibt wundervolle andere Vermieter, welche die Problematik erkannt haben:
  • Eine grosse Bank erlässt ihren Geschäftsmietern für die Lockdown -Zeit zwei Monatsmieten!
  • Ein bedeutendes Zürcher Gastronomieunternehmen erlässt seinen Mietern die gesamte Miete während des Lockdowns!

Was ich getan habe, um die finanziell schwierige Situation irgendwie in den Griff zu bekommen?
  • Ich habe mich schlau gemacht und Massnahmen getroffen, damit kurzfristig meine Liquidität sichergestellt ist!
  • Ich habe ein Crowdfunding gestartet und versuche die Ausfälle wett zu machen (https://www.lokalhelden.ch/piccolino)!
  • Ich habe mich bei verschiedenen Organisationen und Foren angemeldet oder bin diesen beigetreten. Dort diskutiere ich mit Experten meine Situation und tausche mich Menschen in ähnlicher Situation aus.

Als Unternehmer versuche ich proaktiv zu handeln und nicht auf den Staat zu warten, der dann schon alles irgendwie richten wird!

Damit komme ich zu meinem letzten Thema dieses Blogs:


Wann öffnet das Piccolino Fraubrunnen wieder seine Türen?

Sicher ist, dass das Piccolino Fraubrunnen noch im Mai seine Türen wieder öffnet!
Nur der genaue Termin ist heute nicht fixiert!

Der Entscheid, ab 11. Mai 2020 wieder öffnen zu dürfen, kommt überraschend. Es gibt viele Dinge zu regeln, Massnahmen und Vorkehrungen zu treffen. Als Unternehmer ohne Angestellte mache ich alles selbst. Was ich delegiere, fällt auf mich zurück.

Sobald Anfang kommender Woche klar ist, wie ein Schutzkonzept aussehen muss und was das konkret auf den Betrieb des Piccolino Fraubrunnen für einen Einfluss hat, werde ich die notwendigen Aktionen in einen Zeitplan legen und die Türöffnung des Piccolino Fraubrunnen bekannt machen:
  • in einem kurzen Newsletter
  • auf meiner Webseite
  • auf Facebook und Instagram
  • durch einen Aushang im Piccolino Fraubrunnen

Ich freue mich, Euch alle wieder einmal sehen und begrüssen zu dürfen, auch wenn wir (noch) nicht wie vorher zusammensitzen dürfen.

Ich freue mich auch über neue Besucher im Piccolino Fraubrunnen! Über Menschen, welche vielleicht gerade durch diesen Blogbeitrag animiert werden, einmal im Piccolino Fraubrunnen vorbeizuschauen.

Herzliche Grüsse
Martin 'Tinu' Huber



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